#88 Mogelpackung Tagesgeld: Wo 4 Prozent draufsteht, ist in Wahrheit p.a. viel weniger drin

Shownotes

Lassen Sie sich nicht von plakativen Traumzinsen blenden! In seiner aktuellen Kolumne nimmt Finanzexperte Reinhold Rombach, alias „Börsebius“, die raffinierten Mogelpackungen der Banken beim Tagesgeld schonungslos ins Visier. Ob das vollmundige „Vier für vier“-Versprechen der Chase Bank oder die scheinbar unschlagbaren 4,5 Prozent der Neobank Revolut – was auf den Werbeplakaten wie ein hochlukrativer Deal aussieht, entpuppt sich beim genauen Nachrechnen schnell als dreister Bauerntrick. Denn nach einer kurzen Lockphase von wenigen Monaten stürzen die Zinsen drastisch ab, sodass der tatsächliche Jahresertrag auf ein eher enttäuschendes Minimum zusammenschrumpft. Börsebius warnt eindringlich vor diesen moralischen Falschmünzern, die mit Volumenbegrenzungen und fallenden Zinslaufzeiten auf perfide Weise auf Kundenfang gehen, und appelliert an den gesunden Menschenverstand.

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00:00:00: Leute, dieser Podcast ist ein journalistischer Beitrag des Börsenkonomisten Reinhold Rambach und auf gar keinen Fall eine individuelle Anlageberatung.

00:00:10: Und außerdem ist das mein Papa!

00:00:13: Viel Spaß beim Hören!

00:00:34: Wenn ich durch Deutschlands Straßen fahre, poppen mir an den Werbeblakaten neben den unvermeidlichen Angeboten für das Altersvorsorgedepot – viel zu früh übrigens.

00:00:46: Vor allem fantastische Zinsangebote für Tages- und Festgelder entgegen!

00:00:53: Den sprischwörtlichen Vogel schießt dabei die Chase Bank ab einen neuen Slogan entdeckt hat, der so großspurig wie auch verräterisch ist zumindest beim genauen Insehen.

00:01:14: Worum geht es also bei diesem Großformatigen Versprechen der Chase Bank?

00:01:21: Ganz einfach!

00:01:24: Sie zahlt für die ersten vier Monate vier Prozent Zinsen per annum auf ein Tagesgeld bis zu einer halben Million Euro.

00:01:33: Danach sinkt der Zins Per annum auf nur noch zwei Prozent.

00:01:40: Warum macht die Chessbank das?

00:01:41: Ganz einfach, sie will neue Kunden gewinnen was ja im Prinzip auch völlig okay ist wenn man es mit der Mogelai nicht übertreibt.

00:01:53: Übertreibt die Chesbank ihre Werbemogelai?

00:01:56: nun ja das liegt natürlich im Auge des Betrachters.

00:02:00: Zunächst einmal machen andere Banken solche Spielchen Und zum anderen hoffe ich immer noch sehr auf den gesunden Menschenverstand bei den meisten Anlegern, die solche Bauern Tricks durchschauen.

00:02:16: Aber auf der anderen Seite fürchte ich halt auch dass der eine oder andere Anleger sich einlohlen lässt was ja am Ende genau der Grund für die heutige Kolumne ist Zurück zur Chase Bank und ihren vier Prozent.

00:02:31: Der schnelle Rechner weiß klar klar eines Wenn das Jahr zwölf Monate hat und ich für vier Monate vier Prozent bekomme, und für die restlichen acht Monate nur noch zwei Prozent per Annum dann sind das unter dem Strich weniger als drei Prozent Zinsen aufs Jahr.

00:02:52: Damit schnurrt das vermeintlich fantastische Angebot der Chase in sich zusammen auf Nagizo.

00:03:00: Wie man es noch übertreiben kann, zeigt aber die Neobank Revolut.

00:03:04: Die bietet sogar vier Komma fünf Prozent per Annum.

00:03:08: Aber nur bis zu einer Höchstsumme von Vierundzwanzigtausend Euro und das auch nur für vier Monate.

00:03:14: Und danach fällt die Verzinsung auf nur noch Eins Komma Zwei Fünf Prozent.

00:03:19: Das reicht höchstens für Pfui Teufel.

00:03:23: Ob Chase oder Revolut, ob Drehtrepublik oder ob andere Institute – es gibt immer das folgende Fazit.

00:03:30: Wer bei Tagesgeldangeboten sowohl in Sachen Volumenbegrenzung als auch durch wechselnde Zinslaufzeiten unanständig in die Trickkiste greift ist ein moralischer Falschmünzer.

00:03:45: mit anderen Worten.

00:03:47: Das ist in meinen Augen Schmu!

00:03:50: Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.

00:03:53: Überanregungen freue ich mich wie immer sehr!

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