#84 Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: Über die erstaunliche Wiedergeburt von Zertifikaten
Shownotes
Fast 20 Jahre nach dem Lehman-Crash feiern Zertifikate ein unfassbares Milliarden-Comeback. Mit klangvollen Namen wie „Memory mit Airbag“ und Traumrenditen von bis zu 15 Prozent locken Banken aktuell wieder massenhaft Sparer an. Doch Finanzexperte Reinhold „Börsebius“ Rombach warnt in seiner neuen Kolumne eindringlich: Lassen Sie sich nicht blenden! Er deckt schonungslos auf, warum der vermeintliche Schutz im Ernstfall versagt, wie Ihre Gewinne strikt gedeckelt werden und wer an den versteckten Provisionen wirklich verdient.
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00:00:00: Leute, dieser Podcast ist ein journalistischer Beitrag des Börsenkonomisten Reinhold Rambach und auf gar keinen Fall eine individuelle Anlageberatung.
00:00:10: Und außerdem ist das mein Papa!
00:00:13: Viel Spaß beim Hören!
00:00:33: Welche Wertpapiere wurden in Deutschland im Jahr sieben am meisten verkauft, richtig?
00:00:39: Zertifikate mit einem Volumen von hundert und dreißig Milliarden Euro zählten Zertifikaten zu den Kastenschlagern vor allem an den Bankdresen von Volksbanken und Sparkassen.
00:00:52: Das ging aber nur so lange gut bis zum berüchtigten Lehman Crash.
00:00:59: Der damalige Zertifikatekönig Lehman Brothers wurde zahlungsunfähig.
00:01:05: Auf einen Schlag lernten Millionen von Bankkunden das sogenannte emittenten Risiko kennen, will heißen der Totalverlust dieser Papiere war eingetreten und zwar in voller Breite.
00:01:20: Nichts ahnende Sparer vor allem die sogenannten kleine Leute wurden damals um ihr Geld gebracht und ich hätte geschworen, dass diese Produktkategorie niemals mehr reussieren könnte.
00:01:32: Was soll man denn in einem vernünftigen Marketing mit so einem Katastrophenpapier gute Werbung machen können?
00:01:42: So kann man sich erinnern!
00:01:43: Zeit heilt offenbar viele Wunden auch die im Kopf.
00:01:47: Und so gibt es die sehr erstaunliche Tatsache zu berichten das im letzten Jahr der Absatz von Zertifikaten die Marke von rund hundert Milliarden Euro erreicht hat.
00:02:00: Getragen wird dieses ganze erstaunliche Comeback von Zertifikaten vor allem für Besparkassensektoren.
00:02:07: Nehmen wir einmal die DECA Bank, das Fonds-Vertriebsinstrument der Sparkers.
00:02:13: Die DECABank verkaufte im vergangenen Jahr Investmentfonds für neunzehn Milliarden Euro.
00:02:19: Zertifikate immerhin für fünfzehn Komma fünf Milliarden Euro, was hier auch ein ziemlicher Batzen ist.
00:02:26: Quelle übrigens Geschäftsbericht, der Dekaba.
00:02:31: Vorbei anscheinend die Zeiten in denen Anlageberater Zertifikate nicht mal mehr mit Spitzenfingern anfassen wollten.
00:02:40: Doch wie schafft man es bloß einen Markt, der komplett zerschossen war wieder auf die Erfolgsspur zu bringen?
00:02:48: Ganz einfach das Produkt mit einem blumigen Namen versehen wie etwa Memory und dann zur Quasi-Berührung noch Airbag.
00:02:57: Und schon wird ein Schul daraus genauer ein strukturiertes Produkt.
00:03:03: Bis ich das gehört, will ich auch noch ein Beispiel nennen, dass hier aktuell ist – und sogar in der Zeichstumsfrist, die bis zum neunten dieses Monats geht!
00:03:15: Die DECA Bank bietet derzeit sogenannte Expresszertifikate Memory mit Airbag an, vor allem in den Sparkassen angeboten werden.
00:03:27: Zeichnungsfrist ist also, wie gesagt bis zum
00:03:30: XXIII.,
00:03:33: XXIX.
00:03:33: Darunter DKixtron, Expresszertifikat Memorand mit Erbeck, DK-Bank Mikron, Expresszertifikat Memorande mit Erbek, DK Bank Intel, Express Zertifikat Memo mit Erbec und so weiter.
00:03:49: Das sind dann ein paar mehr.
00:03:51: kann ich jetzt hier auch nicht mehr alle vortragen, guckt euch das auf www.bersebius.de genau an.
00:03:58: und nun was bei diesen Angeboten der quasi Knaller ist sind die hohen Zinssätze etwa beim Eichstron-Zertifikat fulminante fünfzehn Prozent.
00:04:08: aber in der Finanzwelt gibt es keine Geschenke.
00:04:11: eine Chance auf fünfzehnt Prozent Rendite bedeutet immer dass irgendwo ein entsprechend hohes Risiko im Konstrukt vor.
00:04:19: morgen liegt Bei einem Memory Express-Zertifikat.
00:04:23: mit Erbeck der DK Bank zahlt die Bank die hohe Rendite nicht aus Großzügigkeit, sondern will sie als Anleger der Bank wesentliche Risiken abnehmen.
00:04:35: Das sind also die zentralen Haken an diesem Punkt – das Marktrisiko und der sogenannte Erbecks.
00:04:45: Es geht um die Barriere.
00:04:46: Fällt der Basiswert zum Beispiel eine Aktie oder ein Index am Laufzeitende unter einem bestimmten Barrieren, z.B.
00:04:53: für unsechzig Prozent des Startwares greift der Puffer nicht mehr voll?
00:05:00: Was der Airbag wirklich tut, verhindert im Ernstfall nicht den Verlust sondern mildert ihn nur ab.
00:05:08: Felt die Aktie unter die Barrière bekommen sie keine Rückzahlung von hundert Prozent des Nennwärts, sondern Aktien geliefert oder den Gegenwert ausgezahlt, berechnet ab dem Airbag Level zum Beispiel achtzig Prozent.
00:05:21: Sie erleiden also trotzdem einen spürbaren Verlust der oft deutlich höher ist als der kumulierte Zinsgewinn.
00:05:30: Zweitens begrenztes Gewinnpotenzial sie tragen das volle Kurs-Verlustrisiko der zugrunden liegenden Aktien nach unten sobald die Barriere gerissen wird.
00:05:44: Nach oberen hin ist ihre Rendite, jeder strikt auf maximal fünfzehn Prozent per annum gedeckelt.
00:05:50: Steigt die Aktie um fünfzig Prozent?
00:05:52: Sehen Sie davon keinen Cent mehr!
00:05:54: Sie tauschen also das unbegrenzte Gewinnpotenzial einer Aktie gegen eine fixe Prämie ein, tragen aber einen Großzahl des Verlustrisikos.
00:06:05: Drittens Das Memory Feature ist eine Karotte an der Angel.
00:06:09: Die Zinszahlung erfolgt nur wenn der Basis Wert an bestimmten Beobachtungstageln über der Zinsbarriere steht.
00:06:19: Fällt der Kurs herunter, wird der Zinns im Gedächtnis oder Memory gespeichert und erst nachgezahlt, wenn der Kors an einem späteren Stichtag wieder hoch genug stehen.
00:06:29: bleibt die Aktie aber dauerhaft im Keller verfällt der Zinnanspruch am Ende komplett.
00:06:36: Wir haben auch noch das emittenten Risiko.
00:06:39: Ein Zertifikat ist eine sogenannte Inhaber-Schuldverschreibung.
00:06:43: Sollte die DK Bank in Schieflage geraten, greift die gesetzliche Einlagensicherung nicht.
00:06:49: Gut – Das Risiko ist bei der DK bank überschaubar.
00:06:54: Es gibt es aber trotzdem Kosten und Transparenz.
00:06:59: In den Emissionsprasen der DK steigen oft versteckte Vertriebs- und Strukturierungskosten also ein bis drei Prozent auf Geld, sogenannte Agio.
00:07:10: Diese Marschen mindern ihre effektive Rendite von Tag einzahlen.
00:07:15: Fazit!
00:07:16: Die fünfzehn Prozent Rendite sind eine Risikoprämie.
00:07:19: die Sparkasse respektive die Dekabank verkauft ihnen im Grunde eine Art Versicherungspolize gegen Kurseinbrüche auf den Brücken des Anlegers.
00:07:29: Sie wetten darauf dass eine bestimmte Aktie oder ein Index nicht stark fällt.
00:07:37: Dass der kundeneinfache Produkte sucht, ist verständlich nicht aber dass er in meinen Augen kaum auf die Risiken hingewiesen wird.
00:07:47: Tages- und Festgelder sind meiner Meinung nach klar die bessere Alternative schlicht weil sie viel besser geschützt sind.
00:07:56: Stichwort Einlagen sicherum.
00:08:01: Aber dafür gibt es beim Emittenten Also Sparkasse,
00:08:05: D.D.,
00:08:05: keine Provisionen die es einzuzackern gilt.
00:08:10: Bleiben Sie mir gewogen.
00:08:11: ich bin Ihnen ebenso verbunden.
00:08:13: Anregungen für Themenvorschläge gerne wie immer an meine E-Mail Adresse rombacheterbörsebis.de.
00:08:20: und.
00:08:20: das war's für heute tschaui!
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